Alexa und der mysteriöse Kondomeinkauf bei Amazon

Am letzten Wochenende habe ich gemeinsam mit meinem Mann einen wunderschönen Kurzurlaub an der Ostsee verbracht (seht dazu auch meinen Blogpost Wanddeko Anker und Kissen – neu in unserer Ostsee Ferienwohnung). Unsere inzwischen volljährigen Kinder sind an dem Wochenende zuhause geblieben und haben sich um unseren Hund und das Haus gekümmert. Mein Sohn hatte von uns ausserdem die Erlaubnis, die sturmfreie Bude für eine Party mit seinen Freunden zu nutzen. Bei dieser Party ist es wohl hoch hergegangen. Das sind wir ja eigentlich schon gewohnt. Aber wir konnten uns nicht erklären, warum wir gestern auf unseren Namen eine Amazon Lieferung mit einer 16er Packung durex Kondome erhielten. Mein Sohn versprach uns hoch und heilig, dass er nichts auf unseren Namen bestellt hatte. Und wir waren erst ziemlich ratlos. Doch heute stellte sich heraus: Alexa war schuld.

Von unserer neuen „Mitbewohnerin“ Alexa, einem sprachgesteuerten Gerät von Amazon, mit dem man Musik abspielen kann, Smart Home-Geräte steuern, Informationen abfragen und Wecker stellen kann, hatte ich euch schon in diesem Blogpost berichtet: Amazon Echo Dot. Wovon ich erst später erfahren und es dann sofort wieder verdrängt hatte: Mit Alexa kann man sprachgesteuert auch Bestellungen bei Amazon aufgeben.

Und genau das war passiert. Anhand der Alexa-Protokolle konnten wir nachvollziehen, dass Alexa am Samstag Abend erst viele lustige Fragen gestellt bekommen und beantwortet hat – wahrscheinlich von einigen zu dem Zeitpunkt schon sehr lustigen Partygästen. Nach den lustigen Fragen kam dann irgendwann die Aufforderung an Alexa: „Bestelle Kondome“. Und genau das hat Alexa dann eigenständig getan. Einfach so, ohne irgendeine weitere Mailbestätigung, nur aufgrund des Sprachbefehls.

Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob die Partygäste ernsthaft vorhatten, eine Bestellung aufzugeben, oder ob alles nur ein lustiges Wortspiel gewesen sein soll. Auf jeden Fall werden wir mit unserem Sohn und seinen Gästen noch mal ernsthaft darüber sprechen müssen.

Aber ich bin auch ziemlich geschockt, dass so eine Bestellung von Amazon tatsächlich einfach nur aufgrund des Sprachbefehls ausgeführt wurde. Mein Mann hat sofort recherchiert und konnte die Möglichkeit der sprachgesteuerten Bestellung dann heute relativ einfach ausschalten.

Sollte also noch irgendjemand Alexa zuhause haben und die Möglichkeit zum Spracheinkauf ausschalten wollen, dann geht das ganz einfach. Ich gebe mal eine kurze Anleitung dazu:

  1.  Auf der App bitte erst ganz unten auf Einstellungen gehen.

2. Auf der nächsten Seite dann ganz unten auf Spracheinkauf gehen.

3. Auf der Seite mit dem Spracheinkauf kann man dann ganz oben die Möglichkeit zum Spracheinkauf über Alexa aktivieren oder deaktivieren.

Auch wenn das Deaktivieren der Möglichkeit zum Spracheinkauf sich als ganz einfach herausgestellt hat, finde ich es unmöglich von Amazon,  dass der Spracheinkauf als Standardeinstellung eingeschaltet ist. Wir können ja noch froh darüber sein, dass die lustigen Partygäste unseres Sohnes nicht auf die Idee gekommen sind, einen neuen Fernseher oder einen neuen Kühlschrank zu bestellen, sondern „nur“ Kondome. Trotzdem muss ich sagen, dass meine anfängliche Begeisterung für Alexa gerade einen ziemlichen Dämpfer erhalten hat.


Bezugsquelle: Amazon Echo Dot (2. Generation), Schwarz (Affiliate Link)


Wie findet ihr es, dass Amazon die Standard Einstellung von Alexa so gewählt hat, dass man mit einem einfachen Sprachbefehl eine echte Bestellung bei Amazon aufgeben kann? Selber schuld, wer die Einstellung nicht ändert? Oder hätte man nicht von Amazon erwarten können, dass die Standardeinstellungen erstmal eine gewisse Sicherheit geben?

18 Gedanken zu “Alexa und der mysteriöse Kondomeinkauf bei Amazon

  1. Na ich wäre ziemlich sauer . Nicht wegen dem Gag … meine Güte lieber verhüten als ohne … grad wenn man jung ist . Aber der Gedanke da wird etwas bestellt was man gar nicht zurück geben kann . Na vielen Dank auch . Alexa würde ausziehen … Sorry aber das geht mal gar nicht .
    Wünsche Dir eine schöne Restwoche ohne Alexa´s Einmischung 😉

    1. Dankeschön! Die Einkaufsfunktion haben wir jetzt ausgestellt. Jetzt darf Alexa für uns nur noch das Licht an- und ausschalten und die Musik abspielen 🙂 Liebe Grüße Anja

  2. Guten Morgen, haha wer weiss was
    amazon da noch alles eingestellt hat. Na ja die wollen verkaufen. Wohl auch Kondome 🙂 Gut dass man das abbestellen kann 😉
    Schönen Donnerstag, liebe Grüße Tina

    1. Wir haben die Funktion jetzt deaktiviert. Zurückgeschickt haben wir die Kondome aber nicht, weil der Aufwand dafür in keinem Verhältnis zu den Kosten stehen würde. Abgesehen davon weiss ich auch gar nicht, ob wir dann nicht sogar noch Versandkosten dafür zahlen müssten. Liebe Grüße Anja

  3. Guten Morgen Anja, also das ist natürlich schon blöd, dass man auf die Unwissenheit der Nutzer setzt. Aber dennoch – und ich hoffe, Du kannst mir verzeihen – musste ich grad lachen. Das kannst Du vielleicht mit ein paar Tagen Abstand auch. Ja, zum Glück sind es nur Kondome gewesen. Ich wünsche Dir einen schönen Tag. Liebe Grüße Jana

  4. Irgendwie ist die Story lustig, wenn man nur die Szenerie sich vorstellt, aber ansonsten finde ich das richtig krass. Ehrlich gesagt, mag ich überhaupt solche elektronisch gesteuerten Kontrollen nicht zu Hause haben, finde das ganz schrecklich…ich übernehme gern selbst die Kontrolle für alles, man sieht ja, wo das hinführen kann. Aber das ist nur meine Meinung, soll natürlich jeder so halten, wie er möchte. Mir macht zuviel Technik Angst und Kontrollverlust möchte ich nicht^^ Liebe Grüße

  5. Puh, dass es sich dabei um die Standardeinstellung handelt, finde ich äußerst blöd, da kann ja aus Unachtsamkeit wer weiß was passieren. [„Dann bestell dir doch eben ein neues Auto!“ – Zack!]
    Vor allem, dass keine Bestätigung per Mail erstellt wird, ist schon sehr denkwürdig…

    …ansonsten eine sehr lustige Geschichte 😀

  6. Liebe Anja

    Auch bei uns ist Alexa eingezogen!

    Ich finde sie super, nur leider können wir sie nich so richtig programieren, weil wir in der Schweiz das App nicht runter laden können! Echt doff!

    Hab einen schönen Freitag!

    xoxo Jacqueline
    My Blog – HOKIS

    1. Ich hätte auch nicht gedacht, dass so etwas juristisch zulässig ist. Aber wahrscheinlich gibt es in irgendwelchen AGBs eine Absicherung für Amazon, warum das doch möglich ist. Liebe Grüße Anja

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