Brustkrebsfrüherkennung und warum Krebs zum Leben dazu gehört

Das ist wahrscheinlich der persönlichste Post, den ich jemals auf meinem Blog veröffentlicht habe. Es geht um das Thema Krebs. Einige mögen sich vielleicht fragen, warum ich auf meinem Blog infarbe ein so schweres Thema wie Krebs aufgreife. Aber das erste Wort in meiner Subline heisst „Living“. Living heisst Leben. Und wer leben möchte, sollte das Thema Krebs ernst nehmen. Ich selber habe beide Eltern nach schweren Krebserkrankungen im Abstand von nur wenigen Wochen verloren. Noch heute ist da ein tiefer Schmerz und ich vermisse sie jeden Tag. Nicht jeder Krebs ist heilbar. Aber durch die Teilnahme an Früherkennungsprogrammen wie z.B. Brustkrebsfrüherkennung oder Darmkrebsfrüherkennung lässt sich Krebs manchmal so frühzeitig erkennen, dass man an Krebs nicht sterben muss sondern weiterleben kann.

Nach dem Tod meiner Eltern war der Krebs für mich allgegenwärtig. Ich hatte das Gefühl, dass der Krebs mein Leben beherrschte. Nicht nur der Verlust meiner Eltern, mit dem ich nicht fertig werden konnte. Der Krebs schien überall zu lauern. Im Freundeskreis, im Kreis von Bekannten und Arbeitskollegen oder auch von Prominenten erfuhr ich, wie sie an Krebs erkranken und in vielen Fällen daran starben. In dieser Zeit nahm ich das Thema Krebs ernst und bin zur Hautkrebsfrüherkennung und Darmkrebsvorsorge gegangen. Da mein Vater so früh an Darmkrebs gestorben war, gehörte ich zur Risikogruppe und durfte an dem Darmkrebsfrüherkennungsprogramm auf Kosten der Krankenkasse teilnehmen, auch wenn ich das Alter dafür noch gar nicht erreicht hatte.

Mit der Zeit gelang es, den Gedanken an Krebs zu verdrängen. Meine Eltern vermisste und vermisse ich immer noch schmerzlich. Jeden Tag! Aber ich versuchte, mich zurück ins Leben zu kämpfen und nicht jeden Tag an Krebs zu denken. Im Laufe der Zeit nahm ich dann leider auch das Thema Früherkennung nicht mehr so ernst. Kurz nachdem ich das Alter von 50 Jahren erreichte, bekam ich eine Einladung zur Teilnahme am Mammographie Screening Programm zur Brustkrebsfrüherkennung. Das war Anfang diesen Jahres und ich legte das Schreiben erstmal zur Seite. Ich dachte, irgendwann könnte ich ja mal hingehen. Und dann habe ich das Schreiben vergessen.

Bis zu dem Moment, als ein mir sehr nahestehender Mensch in meiner Familie mir vor wenigen Wochen mitteilte, dass sie an Brustkrebs erkrankt war. Den Tumor hatte man bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Sie und ich fielen aus allen Wolken und konnten es nicht fassen. Zum Glück war der Tumor noch sehr klein. Er wurde sofort herausoperiert und weil der Brustkrebs so früh erkannt worden war, wird sie weiterleben und nicht daran sterben. Sie bat mich eindringlich, zur Brustkrebsfrüherkennung zu gehen, und das tat ich dann auch.

Am Dienstag dieser Woche habe ich  – wie schon in diesem Instagram Beitrag geposted – zur Brustkrebsfrüherkennung am Mammographie Screening Programm von Schleswig-Holstein teilgenommen. Das Ergebnis bekam ich allerdings nicht sofort. Bei diesem Programm zur Brustkrebsfrüherkennung sind die Ärzte nicht vor Ort. Die Mammographie wird zwar durch Fachkräfte im Mammographie Zentrum durchgeführt. Aber die Aufnahmen werden dann an zwei verschiedene Ärzte geschickt, die die Aufnahmen unabhängig voneinander bewerten. Diese doppelte Analyse soll die Wahrscheinlichkeit, dass Auffälligkeiten in der Brust erkannt werden können, noch erhöhen. Dafür muss man leider bis zu zwei Wochen auf das Ergebnis warten.

Ich habe mein Ergebnis allerdings schon schneller erhalten. Nachdem ich erst am Dienstag letzter Woche zur Mammographie war, fand ich schon gestern Abend -also am Freitag – folgendes Schreiben in meinem Briefkasten.

Ihr könnt euch vorstellen, wie erleichtert ich bin, dass bei meiner Mammographie keine Anzeichen für eine mögliche Krebserkrankung erkannt werden konnten. Am nächsten Mittwoch gehe ich allerdings noch zu einem Kontrolltermin bei meiner Frauenärztin und werde da um einen Termin für eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung der Brust bitten. Denn mit einer Ultraschalluntersuchung kann man Anzeichen einer Brustkrebserkrankung erkennen, die man bei einer Mammographie nicht sieht.


Ausführliche Informationen zum Mammografie Screening Programm findet man hier:  Mammographie Screening Programm. Dort kann man unter anderem folgende Informationen nachlesen: „Im Mammographie-Screening-Programm werden jährlich rund 17.300 Karzinome entdeckt. Mit anderen Worten: Von 1.000 untersuchten Frauen erhalten sechs Frauen die Diagnose Brustkrebs. Rund 13.300 der entdeckten Tumore sind invasiv. Das sind bösartige Gewebeveränderungen, die in das umliegende Gewebe hineinwachsen. Die Mehrheit, also 80 Prozent dieser Tumore, sind nicht größer als 20 Millimeter und haben die Lymphknoten noch nicht befallen. Das sind die Tumore mit einer besonders günstigen Prognose. Schonendere Therapiemethoden können angewandt werden, die Chancen auf eine Heilung sind besser.“


Für weitere Informationen zum Thema Brustkrebs und Brustkrebsfrüherkennung kann man sich dieses Video anschauen:

Diesen Post schreibe ich deshalb, weil ich euch alle bitten möchte, das Thema Krebs nicht zu verdrängen und rechtzeitig zu Vorsorgeuntersuchungen wie z.B. zur Brustkrebsfrüherkennung zu gehen. In Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens ca. jede zehnte Frau an Brustkrebs. Nur 18 % der Brustkrebserkrankungen treten vor dem 50. Lebensjahr auf. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren erkranken am häufigsten an Brustkrebs. Das sind Zahlen, die mir früher nicht bewusst waren. Deshalb sollte man sich erlauben, dass das Bewusstsein für Krebs zum Leben dazu gehört. Nicht damit man daran verzweifelt. Sondern damit man die Risiken ernst nimmt und durch Vorsorge und die Teilnahme an Früherkennungsprogrammen die Risiken so weit wie möglich reduziert und die Chancen auf Heilung so hoch wie möglich werden lässt.

Wie geht ihr mit dem Thema Krebs um? Verdrängt ihr den Gedanken daran oder könnt ihr mit dem Gedanken daran leben?

16 Gedanken zu “Brustkrebsfrüherkennung und warum Krebs zum Leben dazu gehört

  1. Liebe Anja,
    erst einmal möchte ich für deine offenen Worte danken und dir sagen, dass es mir sehr leid tut, dass du beide Eltern auf diese Weise verloren hast!!! <3
    Das Thema Krebs: die Früherkennung sind sehr sehr wichtig und das sage ich immer wieder, nicht nur meinen Schülern, auch Kollegen und in der Familie.
    Ein schönes Restwochenende wünsche ich dir!

    1. Ich danke dir liebe shadownlight. Und ich finde es toll, dass du das Thema Früherkennung nicht nur für dich selber ernst nimmst sondern auch mit Schülern, Kollegen und in der Familie darüber sprichst. Liebe Grüße und dir noch eine schöne Restwoche – Anja

    1. Gut, dass du es machst! Ich habe heute von meiner Frauenärztin erfahren, dass ich aufgrund der familiären Vorbelastung zukünftig auch jährlich gehen sollte. Eine Teilnahme an dem Mammographie Screening Programm ist dann für mich gar nicht mehr notwendig, weil ich direkte Überweisungen von meiner Frauenärztin erhalten werde. Diese beinhalten dann nicht nur die Mammographie sondern auch die Ultraschalluntersuchung.

      Liebe Grüße
      Anja

  2. Guten Morgen Anja, ja, ich bin eine Verdrängerin. Meine Oma väterlicherseits hatte Krebs – Darmkrebs glaube ich. Sie ist mit 66 gestorben, als ich 13 war. Mein Onkel, ebenfalls väterlicherseits, ist 2009 mit einem Gehirntumor gestorben. Er war 48. Und nun ja, bei meinem Opa mütterlicherseits, jetzt 80, wurde eine Strahlentherapie begonnen, aber dann haben sie festgestellt, dass eine Therapie nicht notwendig ist, weil es doch nicht so schlim ist (???). Ich frage mich, ob die genau wissen, was sie tun. Und der Sohn meinen Cousins ist schon als Kleinkind an Leukämie erkrankt. Jedes Mal ist das wie ein Schlag in die Magengrube, wenn ich die Diagnosen höre, und ich bekomme richtig Panik. Ich gehe mit meinen 35 derzeit zur Hautkrebsvorsorge. Aber ansonsten möchte ich eigentlich gar nicht daran denken. Ich wünsche Dir viel Kraft mit Deinem Familienmitglied und dem Kampf. Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag. Liebe Grüße Jana

  3. Danke für deine offenen Worte, wir sollten uns alle bewusst sein, dass Krebs heutzutage allgegenwärtig ist und wir ziemlich viele Möglichkeiten der Früherkennung haben, die wir auch nutzen sollten!

  4. Früherkennung ist das A und O. Auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis hab ich Krebsdiagnose miterlebt. Es ist furchtbar, zu sehen, wie der ein oder andere den Kampf verliert. LG Romy

    1. Ja, leider. Aber in solchen Fällen finde ich es immer wichtig, dass man für diese Menschen da ist, auch wenn sie ihren Kampf verlieren sollten. Denn das Schlimmste ist, wenn man sich wegen der Berührungsängste mit der Krankheit von diesen Menschen zurückzieht. Denn gerade wenn es ihnen schlecht geht, brauchen sie ihre Freunde umso mehr.

      Liebe Grüße Anja

  5. Ja, das hast du gut erklärt. Hoffe es lesen viele, auch vielleicht Menschen die noch unschlüssig sind, zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

    Liebe Grüße zu dir <3

  6. Das Thema verfolgt mich auch seit meiner Kindheit (mein Vater starb sehr früh an Magen-Darmkrebs). Das beeinflusst mein ganzes Leben sehr nachhaltig, weil es einfach grausam war, sowas als Kind zu erleben. Ich nehme daher alle Vorsorgeuntersuchungen peinlich genau wahr. Der ein oder andere Tumor wurde mir leider auch schon entfernt (auch in der Brust). Bisher hatte ich aber immer wahnsinniges Glück, weil es immer gutartige Tumore waren. Dennoch ist Krebs eine meiner größten Ängste.
    Schön, dass deine Untersuchungsergebnisse so gut waren 🙂

    LG Brigitte

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