Warum ich letzte Nacht von Paris geträumt habe und in einem Albtraum aufwachte

Ich habe letzte Nacht von Paris geträumt. Nicht weil ich irgendwelche Vorahnungen hatte. Und auch nicht, weil ich entgegen meiner normalen Gewohnheiten gestern Abend das Fußballspiel Deutschland gegen Frankreich mitgeguckt und zweimal den lauten Knall gehört habe und mich fragen musste, was das gewesen sein könnte. Der Grund, warum ich von Paris geträumt habe, war erschreckend banal.

Pray for Paris

Wir sind im Moment dabei unsere Küche zu renovieren. Und nachdem unser Wohnzimmer Anfang des Jahres schon nach dem Städte-Motto New York eingerichtet wurde, gefolgt von unserem Flur mit dem Städte-Motto London , hatte ich mir für die Küche schon lange das Städte-Motto Paris ausgedacht.  Die letzten Tage hatte ich damit verbracht, infrage kommende Paris-Motiv für die Fototapete auszusuchen und passende Accessoires mit französischem Flair zu finden. Diese Gedanken an Paris verfolgten mich bis in meine Träume, wo ich sie mit meinem Wunsch verknüpfte, mit meinem Mann in den nächsten Monaten ein Wochenende in Paris zu verbringen.

Aus diesen Träumen bin ich heute morgen kurz nach 7 aufgewacht. Ich ging ins Wohnzimmer. Dort hatte mein Mann, der nur wenige Minuten vorher aufgestanden war, schon NTV eingeschaltet. Und auf einmal fand ich mich im Albtraum der Realität wieder. Langsam sickerten die Nachrichten über die grauenvollen Terroranschläge in mein Bewußtsein. Ich war fassungslos, sprachlos und hatte Tränen in den Augen. Und der Schock und das unfassbare Entsetzen halten immer noch an. Genauso wie die Traurigkeit darüber, wie einige auf die schrecklichen Attentate reagieren und diese grauenvollen Taten dafür nutzen, um in den sozialen Medien gegen andere unschuldige Menschen zu hetzen.

Eigentlich wollte ich heute einen Beauty- oder Lifestyle Blogpost veröffentlichen. Ich hätte mich z.B. bei Catherine Nail für die Catherine Lippenstifte bedanken können, die ich in der letzten Woche in meinem Briefkasten gefunden habe. Oder ich hätte meine neuen Nagellack-Bilder der Marke NAILSINC zeigen können, der gleichen Marke, die während der letzten Tage in der Beautypresse mit einem neuartigen Sprüh-Nagellack gehyped worden ist. Oder ich hätte meine chaotisch aussehende Küche, in der schon die alten Tapeten abgerissen sind, fotografieren und mit euch meinen ersten Ideen für die Umgestaltung in eine Pariser Gourmet-Oase teilen können.

Aber das kann ich heute nicht. Ich bin in Schockstarre. Alles was nicht mit den Attentaten in Paris zu tun hat, kommt mir seltsam unwirklich und banal war. In Gedanken bin ich bei den Familien und Freunden der Opfer, bei der Pariser Bevölkerung und bei allen, die das Entsetzen und die Trauer teilen. Als Bild für meinen heutigen Blogpost habe ich deshalb das Peace-Zeichen mit dem Pariser Eiffelturm gewählt, das heute in vielen sozialen Medien geteilt wird.  Für mich ein Symbol dafür, dass der Versuch durch diese grausamen Anschlägen Hass zu säen, nicht aufgehen darf.

Noch kann ich mir nicht vorstellen, wie nach den schrecklichen Erlebnissen der normale Alltag wieder einkehren wird. Ich habe mich schon gefragt, ob eine Pariser Foto-Tapete in meiner Küche nach diesen Geschehnissen nicht makaber wäre, mich immer an den 13. November 2015 erinnern würde, und ich mir lieber eine andere Stadt aussuchen solle. Aber dann denke ich darüber nach, dass ein Verzicht auf Paris selbst in meiner kleinen Küche wie ein weiterer Sieg für die Terroristen wäre. Und das möchte ich nicht. Was heute schon in vielen sozialen Medien geteilt wurde, will ich zukünftig ganz bewusst auch in meinem Zuhause leben und nie vergessen: „Je suis Paris“.

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